Theater in Second Life
14. April 2009 | 1 Kommentar
Ein international besetztes Team rund um den am Bodensee lebenden Regisseur und Künstlerischen Leiter Simeon Blaesi bringt am 10. Mai 2009 ein deutsches Theaterstück exklusiv und ausschließlich in der virtuellen Welt von Second Life auf die Bühne. Das junge Team von Schauspielern und Technikern wagt das Experiment, mit der Szene “Dirne-Soldat” aus Arthur Schnitzlers “Reigen” regelmäßig und in kurzen Abständen Theater im virtuellen Raum zu zeigen.
Mit seinem Projekt verknüpft Blaesi zwei Welten, die sich beide im Umbruch befinden: Second Life, die 3D-Plattform im Internet und die traditionelle Form des Theaters. Wer das Internet nutzt und sich auf Second Life einlässt, lässt sich gleichzeitig darauf ein, Neues zu wagen, Pionier zu sein, zu verändern.
Darum, so hofft Blaesi, kann sich das Theater in Second Life noch einmal neu erfinden und neue Zielgruppen erschließen. Außerdem eigne sich das Internet in mancher Hinsicht sogar besser für die künstlerischen Anforderungen des Theaters als die reale Welt: “Das Bühnenbild, die Kostüme und Requisiten lassen sich mit erheblich weniger Aufwand erstellen und durch die fast unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt”.
Den wissenschaftlichen Hintergrund und die theoretische Grundlage für “Reigen” liefert Blaesis postgraduale Arbeit an der FernUniversität Hagen zum Thema “Theater in einer virtuellen Welt”. Die Arbeit untersucht die Machbarkeit von Theater in der virtuellen Welt von Second Life und findet heraus, was das für Funktion und Wirkung, hinsichtlich technischer, psychologischer und gesellschaftlicher Aspekte bedeutet. Blaesis These: Theater kann, wie in der physischen Welt, auch in einer computergenerierten Umgebung erlebbar werden.
Mit dieser ungewöhnlichen Aktion will Blaesi die Chancen neuer Technologien für das Theater untersuchen, einordnen und aufzeigen sowie eine Diskussion über Machbarkeit und Unmöglichkeit, Sinn und Unsinn von Theater in virtuellen Welten auslösen. Für die technische Umsetzung zeichnet das Team rund um Frank Gaugel von der Agentur bluepill GROUP in Barcelona verantwortlich, die sich auf virtuelle Welten spezialisiert hat.
Ort: Second Life
http://slurl.com/secondlife/Bluepill/27/215/22
Vorschau/Trailer:
http://www.planb-am-see.de/download/sltvorschau090404.wmv
Weitere Infos:
http://www.second-life-theater.com
Kommentare
Ein Kommentar zum Beitrag “Theater in Second Life”

geschrieben am 15. April 2009 um 13:52 Uhr
Die bluepill GROUP gibt es auch in Deutschland! Vertretungen in Bonn und Stuttgart sind aktiv und gerne für andere spannende Projekte ansprechbar.