Checkliste für Einstieg in virtuelle Weiterbildung
Virtuelle Schulungen sind eine kostengünstige Alternative zu stationären Weiterbildungsangeboten. Vor allem das dreidimensionale Internet bietet neuartige Möglichkeiten, komplexe Sachverhalte anschaulich darzustellen. Eine Checkliste der MFG Baden-Württemberg und SLTalk & Partner soll Lehrenden einen ersten Überblick verschaffen und ihnen den Einstieg in die virtuelle Weiterbildung erleichtern.
Virtuelle Welten wie Second Life werden immer populärer. Das bestätigte unlängst wieder eine von StrategyAnalytics veröffentlichte Studie, wonach bis zum Jahr 2015 der Markt jährlich um rund 23 Prozent wachsen soll. Laut KZERO sind aktuell bereits knapp 580 Millionen Nutzer registriert.
Auch die MFG Baden-Württemberg sieht das enorme Potenzial virtueller Welten. Zusammen mit baden-württembergischen Hochschulen und jungen Kreativen erproben wir seit zwei Jahren in der virtuellen Welt Second Life die Möglichkeiten des 3D-Internets zur Kommunikation, Visualisierung und Weiterbildung – unter anderem mit der im Frühjahr 2009 gestarteten virtuellen Seminarreihe “Digitale Gesellschaft”.
Obgleich der Einstieg in virtuelle Welten wie Second Life nach wie vor komplex ist, sollten die Möglichkeiten dieses Mediums getestet werden. Um den Einstig zu erleichtern, haben wir im Rahmen unseres Virtual Worlds & Digital Games Lab gemeinsam mit Andreas Mertens von SLTalk & Partner eine Checkliste zusammengestellt, die Lehrenden helfen soll, sich dem Thema Virtuelle Welten/Second Life zu nähern und die eigene Medienkompetenz im 3D-Umfeld zu stärken.
Zehn Tipps für den erfolgreichen Einstieg in virtuelle Welten
- Sammeln Sie in virtuellen Welten wie Second Life zunächst eigene Erfahrungen, indem Sie sich unter http://www.secondlife.com anmelden und das Programm dazu herunterladen. Klären Sie im Vorfeld ab, ob Ihr Computer die erforderlichen Mindest-voraussetzungen erfüllt. Alle notwendigen Infos finden Sie unter http://secondlife.com/support/sysreqs.php. Eine eigene Grafikkarte im Rechner sowie ein DSL-Anschluss sollten dabei in jedem Fall vorhanden sein.
- Machen Sie sich zunächst mit der Steuerung vertraut, damit Sie sich sicher in der virtuellen Welt bewegen können. Die Steuerung funktioniert ähnlich wie in 3D-Computerspielen. Entsprechende Hilfestellungen erhalten Sie unter http://secondlife.com/support. Auf der Videoplattform YouTube finden Sie unter http://www.youtube.com/view_play_list?p=CB0477BF7641F5EA auch zahlreiche englischsprachige Video-Tutorials von Torley Linden.
- Recherchieren Sie nach Bildungsanbietern, die bereits virtuell aktiv sind. Nutzen Sie dazu die eingebaute Suche in Second Life und/oder das Internet. Aktuelle Nachrichten und Veranstaltungshinweise sowie weitere Links zum Thema 3D-Internet finden Sie z.B. bei http://www.sltalk.de/elearning und http://secondlife.mfg-innovation.de.
- Viele Anbieter und Institutionen nutzen bereits das 3D-Internet. Lassen Sie sich von den bestehenden Anwendungen inspirieren. Nehmen Sie zunächst selbst an virtuellen Seminaren anderer Anbieter teil, um sich ein Bild davon zu machen. Eine Übersicht interessanter Veranstaltungen erhalten Sie beispielsweise auf SLTalk unter dem Link http://www.sltalk.de/ index.php/category/veranstaltungen. Eine gute Zusammenfassung zum Thema 3D-Szenarien und Serious Games finden Sie auch im Wiki der FHTW Berlin unter http://mediawiki.fhtw-berlin.de/wiki/3D-Szenarien.
- Beobachten Sie, wie die Referenten die jeweiligen Themen aufbereiten und welche Tools, z.B. Audio und Video, sie einsetzen. Eine Liste mit den “Top 10 Teacher Tools” hat unlängst Dennis Schäffer von der Universität Bielefeld unter http://lernenzweinull.de/2009/06/26/top-10-teacher-tools-fuer-second-life veröffentlicht.
- Nehmen Sie mit den anderen Teilnehmern der von Ihnen besuchten Veranstaltungen Kontakt auf und fragen Sie diese nach ihrer Motivation, an einem virtuellen Kurs teilzunehmen und wie sie von diesen Kursen erfahren haben.
- Arbeiten Sie für sich die Vorteile heraus, die Ihnen eine 3D-Welt für die Wissensvermittlung bieten kann. Überlegen Sie sich geeignete Vermittlungsmethoden, wie beispielsweise Simulationen oder Rollenspiele, mit denen Lernende in die 3D-Welt eintauchen können (”Immersion”). Welche Themen in Ihrem Bildungsangebot lassen sich etwa mit Hilfe einer 3D-Welt besser vermitteln als durch herkömmliche zweidimensionale Websites?
- Starten Sie ein experimentelles Lernszenario mit einem kleinen Personenkreis und abschließendem Feedback. Denken Sie daran, dass Sie ein Experiment durchführen und seien Sie tolerant, wenn nicht alles von Beginn an perfekt funktioniert. Scheuen Sie auch nicht davor zurück, die eingesetzte Lernmethode zu verändern bzw. weiter zu entwickeln, um neu gewonnene Erfahrungen einzubinden.
- Nutzen Sie die Möglichkeiten virtueller Welten, die Sie in einem normalen Klassenraum nicht haben. Mit einem Klick können Sie selbst quasi tonnenschwere Gerätschaften in den virtuellen Raum “zaubern” und diese mit ihren Lernern über das Internet besprechen. Werden Sie kreativ! Denken Sie über die im physischen Raum gesetzten Rahmenbedingungen hinaus. Teure Arbeitsmaterialien verschleißen nicht und gehen auch nicht kaputt. Außerdem stehen sie in nahezu beliebigen Mengen zur Verfügung.
- Jetzt sind Sie dran! Virtuelles Land für Second Life erhalten Sie unter http://secondlife.com/land/purchasing.php oder sehen Sie sich in Second Life nach entsprechenden Angeboten um. Oftmals werden Veranstaltungsräume kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung gestellt. Torley Linden, Mitarbeiter des Second Life Anbieters Linden Lab, zeigt zudem in seinen YouTube-Videos unter http://www.youtube.com/view_play_list?p=CB0477BF7641F5EA, wie Sie selbst Objekte bauen und kleinere Skripte anfertigen können.
Wenn Sie als Lehrender aus Baden-Württemberg ein Experiment starten wollen und in Second Life ein Grundstück bzw. einen Raum benötigen, hilft Ihnen die MFG Baden-Württemberg gerne per E-Mail unter secondlife@mfg.de weiter.
Darüber hinaus veranstaltet die MFG in Zusammenarbeit mit SLTalk & Partner ab dem 01.11.2009 das Seminar “3D-E-Learning in Second Life”. Ziel des Seminars ist es, Bildungsformen in Second Life kennen zu lernen und praktische Erfahrungen in der Umsetzung zu sammeln. Darüber hinaus sollen eigene Ideen der Teilnehmer in diesem Medium umgesetzt werden. Chancen und Grenzen des 3D-Internet können somit “live” erlebt werden. Das mehrteilige Seminar beinhaltet neben einer realen Auftaktveranstaltung weitere virtuelle Seminartermine. Zusätzlich steht eine Moodle-Online-Plattform mit den entsprechenden Lehrinhalten zur Verfügung. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail bei Andreas Mertens (amertens@sltalk.de).
Zudem sind Sie herzlich eingeladen, an unserem E-Learning-Arbeitskreis in Second Life teilzunehmen. Er findet monatlich jeweils am 2. und 4. Donnerstag von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr statt. Anmelden können Sie sich bei Tobias Würtz von SLTalk via E-Mail unter twuertz@sltalk.de.
Download
Die Checkliste können Sie auch hier als PDF-Dokument herunterladen.


